Warum der PV-Zubau auf deutschen Dächern 2025
deutlich zurückging – Ursachen, Folgen und Handlungsempfehlungen für Installateure und Endkunden
Rückgang trotz Energiewende
Im Jahr 2025 ging der Zubau von Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern deutlich zurück. Laut Hochrechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden nur noch rund 453.800 neue Dachanlagen im Heimsegment (bis 30 kW) installiert – rund 29 % weniger als 2024 und etwa 43 % weniger als 2023. Das entspricht einem Rückgang der neu installierten Dach-PV-Leistung im privaten Bereich um etwa 25 % im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz stagnierendem Zubau liefert Photovoltaik mehr Strom als Braunkohle und bleibt Teil der deutschen Energiewende. Doch die Dynamik ist deutlich schwächer als in den Vorjahren.
02.02.2026
Neuigkeiten
Markt & Zahlen
Hauptursachen des Rückgangs
Verunsicherung durch politische Rahmenbedingungen
Ein zentraler Faktor ist die politische Unsicherheit:
Ankündigungen eines möglichen Förderstopps durch die Bundesregierung haben Endkunden verunsichert und Investitionsbereitschaft gebremst.
Branchenverbände warnen, dass geplante Förderkürzungen das Marktumfeld weiter verschlechtern könnten und fordern stabile Anreizstrukturen.
Politische Rahmenbedingungen schaffen Planungssicherheit oder Unsicherheit – und letztere senkt Nachfrage und Investitionen.
Netz- und Genehmigungshemmnisse
Regionale Unterschiede im Netzzugang, lange Wartezeiten bei Netzanschlüssen und Behördengänge verzögern oder hemmen Projekte. Diese strukturellen Hemmnisse bremsen gerade Dachanlagen in kleinerem Leistungsbereich.
Marktverschiebung zu Groß- und Freiflächenanlagen
Die Installation großer Freiflächen-PV-Anlagen wächst weiter. Dadurch relativiert sich der Anteil der Dachanlagen am Gesamtwachstum und statistisch erscheint der Zubau auf Dächern geringer.
Abschwächung von Förderanreizen
Traditionell stützte sich der PV-Markt in Deutschland auf staatliche Förderung, z. B. durch Einspeisevergütungen gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese garantierten über Jahrzehnte planbare Einnahmen, wurden aber im Laufe der Jahre reduziert bzw. auf ein marktwirtschaftliches Vergütungssystem umgestellt. Insbesondere bei kleineren Dachanlagen spielt die Aussicht auf stabile finanzielle Vorteile eine große Rolle; ihre Verringerung schwächt die Nachfrage.
Wirtschaftliche und marktseitige Faktoren
Weitere Gründe für den Zubau-Rückgang sind:
  • Sinkende Strompreise: Wenn Haushaltsstrompreise nicht weiter steigen, sinkt der wirtschaftliche Anreiz für neue PV‒Investitionen.
  • Preis‒/Leistungssignale: Niedrigere oder volatile Einnahmen durch negative Strompreise machen Eigenstrommodelle für manche Haushalte weniger attraktiv.